tarantinos nibelungen
In den letzten 30 jahren habe ich mich intensiv mit dem medium film ,von james bond bis zulawski,von
rivette bis roland klick,beschätigt.Nun da wir dem letzten aufbäumen analogen filmemachens angesichts der
digitalen revolution zuschauen werde ich ab sofort meinen senf dazugeben.
Tarantino,dessen 20-jähriges schaffensjubiläum in einer neuen xxl-.dvd-kollektion gewürdigt wurde,hat mit seinem italo-western(oder southern) django unchained bisher das 1. kinohalbjahr,abgesehen vom superdigitalen hobbitt geprägt.Heute möchte ich mich weniger auf die filmgeschichtlichen referenzen
tarantinos konzentrieren,der anders als scorsese in seinem hugo cabret eben nicht digital dreht,
sondern auf die ethnischen themen.Oft wurde dem autor/regisseur ,speziell von seinem schwarzen regiekollegen spike lee,ein unsensibler,ausbeuterischer umgang mit der schwarzen kultur amerikas
voreworfen.Interessant zb. die besetzung des damaligen nachwuchstalents tarantino in spike lees
girl6 (1995) in der rolle eines grossmäuligen ,hippen regisseurs,der "seinen"schwarzen film drehen
möchte.Auch die figur des mit dem nigger-wort um sich werfenden tv-poduzenten,den michael rappaport in spike lees bamboozled(2000) spielt ,scheint auf tarantino gemünzt.Jetzt also tarantinos beschäftigung mit dem
unrühmlichen kapitel der amerikanischen geschichte der sklaverei.Schwerer als spike lees kritik die geschichte der sklaverei als italowestern darzustellen wiegt die an der zentrierung eines weissen er-
mächtigers für tarantinos blacksploitation -djangos.Die erste episodische hälfte des films gehört eindeutig
christoph waltz ´kultiviertem fish out of water- gentleman -kopfgeldjäger.Dem eigentlichen protagonisten
django bleibt nur die rolle des staunenden atlaten.Doch nach absolvierter bounty hunter lehre und crash kurs in der kunst der verstellung und deutschem sagengut,nachdem er seine früheren peiniger genüsslich niedermetzelt und gefallen am töten böser weisser menschen findet emanzipiert sich der schwarze siegfried
im 2. teil.Gerade hier auf der düsteren seite des vorbürgerkriegssüdens von zanuck und mitchell findet das schwarzweisse buddy-team seine perfide entsprechung in mandingo sklavenhalter candie und dem "basil rathbone unter den haussklaven" steven. Ein zyniker hätte diesen major domus -onkel tom vielleicht mit morgan freeman besetzt aber tarantino gibt sam jackson hier wieder eine kongeniale rolle.Während man dicaprios möchtegern-kosmopolit candie praktisch beim denken die anstrengung ansieht,straft diener steven
dessen pseudowissentschaftliche schädelrassenkunde lügen ,da er in wahrheit für ihn denken muss.Angesichts der vorherrschenden unmenschlichkeit dieser rassistischen hölle zeigt die "panache" des weissen kopfgeldjägers erste risse während django im gegenzug immer skrupelloser und cooler wird .auch hier zeigt sich dass die gräben nicht nur ethnische sind ,wie calvins offene herablassung gegenüber dem white trash zeigt.Nachdem waltz unter dem einfluss von für elise und dem gedenken an dumas zur hölle fährt.bietet der showdown django gelegenheit seine grosse(n) kanone(n) und sein aufgepimptes pferd zu präsentieren wogegen seine frau im script mehr zu tun hatte als damsel in distress zu spielen.
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